DENKEN ist meine Art zu KÄMPFEN!


Virginia Woolf

Duo SprachMelodie
Monika Bujinski (rechts als Virginia Woolf) und Andrea Knefelkamp-West

Besucherzuschrift v. 24.9.2023 nach der Premiere
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KEINE ANGST VOR VIRGINIA!
Eine Hommage an die literarische Pionierin und Denkerin Virginia Woolf

Monika Bujinski, Rezitation
Andrea Knefelkamp-West, Konzertakkordeon

Keine Angst vor Virginia! Warum auch?
Denn was für erfüllende Stunden bereiten die Texte der berühmten englischen Schriftstellerin und Mitbegründerin der Bloomsbury Group Virginia Woolf (1882-1941).
Berühmt? Nun, ihre Romane „Mrs Dalloway“ und „Orlando“ sind es sicherlich, und ihr zentraler Aufsatz über „ein eigenes Zimmer“ („A Room of One’s Own“), in dem sie wirtschaftliche Unabhängigkeit und ein ungestörtes Arbeitsumfeld für Autorinnen (und nicht nur die) herbei argumentiert, gilt als ein (feministischer) Markstein großer Essaykunst.
Virginia Woolf ist aber so viel mehr!
Schärfste Beobachtungsgabe, sei sie äußerer oder innerer Natur, verwandelt sie ebenso für ihre Kurzprosa, Briefe und Tagebücher in eine Sprache von vollendet scheinender Bildhaftigkeit. Die subtile Freisetzung von Bewusstseinsströmen (dieses Schlagwort darf natürlich auch hier nicht fehlen!) durchzieht ihr gesamtes, reichhaltiges und ja, auch komplexes Œuvre.

Die feinsinnige Schauspielerin Monika Bujinski wird diese grandiose Sprache zum Erklingen bringen, möchte ihr (noch) mehr Aufmerksamkeit verschaffen, auch ihre Zuhörerschaft mit ihrer empfindsamen Sprach- und Rezitationskultur dazu inspirieren, sich über diese für einen Abend komponierte Textauswahl hinaus den tiefgründigen und erkenntnisreichen Wortkapriolen Virginia Woolfs zu widmen.

Und so, wie sich diese Literatur-Pionierin des Korsetts viktorianischer Konventionen entledigte, niemals – trotz durchaus vorhandener immenser Zweifel und selbstkritischer Reflexionen – von ihrer künstlerischen Kompromisslosigkeit abwich und letztlich dadurch zur Wegbereiterin der klassischen Moderne nicht nur in und für England wurde, so soll sie sich im begleitenden Genre der Musik angemessen außergewöhnlich gewürdigt fühlen:
Dem Sprachklang ihrer Texte gemäß möge der ausgefallene Klang eines Konzertakkordeons, gespielt von Andrea Knefelkamp-West, mit seinem gleichermaßen pointiert-vitalen wie auch melancholischem Ausdruckspotential für ein zusätzlich atmosphärisches Attribut sorgen. Stark musikliebend wie Virginia war, wird sie u.a. Tonschöpfern wie Bach, Mozart oder Elgar (wieder)begegnen, nicht zuletzt auch der landsmännischen Freundin (und Frauenrechtlerin) Ethel Smyth, die als weibliche KomponistIN beharrlich ihren Weg ging.

 In diesem Sinne, liebes und neugieriges Publikum:
Haben auch Sie „Keine Angst vor Virginia!“
Ihr Mut wird belohnt!

Die in München gebürtige Schauspielerin Monika Bujinski besticht durch ihre exzellente Sprach- und Ausdruckskraft. Ihre einnehmenden künstlerischen Qualitäten gehen einher mit einem stets fein ziselierten Ausloten ihrer Rollen und Texte hin zu Persönlichkeitsgestaltungen, die den Theaterabend mit ihr lange nachklingen lassen.
Bereits während ihrer Ausbildung am renommierten „Mozarteum“ in Salzburg stand sie 1996 bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne, erhielt im selben Jahr den Nachwuchs-Kulturförderpreis. Engagements führten sie an das Stadttheater Bern, die Berliner Schaubühne, ans Schauspiel Dortmund, ans Grillo-Theater in Essen oder an das traditionsreiche Theater Nestroyhof / Hamakom in Wien. In NRW, wo sie mehrmals bei Kritikerumfragen zur „Besten Schauspielerin“ gekürt wurde, stellt Bujinski ebenso eine große Bereicherung für freie Häuser dar wie das Theater Rottstraße 5 in Bochum oder das austropott-Theater in Dortmund.
In ihrer Repertoireliste sind Hauptrollen von Autoren wie Kleist, Ibsen, Beckett, Hauptmann, Reza, de la Barca, Schimmelpfennig, Bradbury, Ransmayr u.v.a. zu finden.
Regelmäßig agiert Bujinski auch für Film und Fernsehen vor der Kamera. Sie spielte in Filmen wie etwa „Und keiner weint mir nach“ unter der Regie von Joseph Vilsmaier ebenso wie im Doku-Drama „Glauben, Leben, Sterben – Menschen im Dreißigjährigen Krieg“ für ORF und ARD. Auch in Serien wie „Danni Lowinski“ oder in Krimis wie „Marie Brandt“ und immer wieder auch im „Passau-Krimi“ ist die vielseitige Künstlerin zu sehen.
Ambitionierte Rezitationen und (szenische) Lesungen – darunter zuletzt „Auf der Suche nach … Marcel Proust“ – betonen einmal mehr den Facettenreichtum dieser sensiblen und klugen Künstlerin.
Für die literarisch-musikalische Woolf-Hommage „Keine Angst vor Virginia!“ arbeiten MB und AKW erstmalig als Duo SprachMelodie zusammen.

Andrea Knefelkamp-West studierte Akkordeon, Klavier, Musikwissenschaft, Germanistik und Schulmusik.
Als Jungstudentin gewann sie den 1. Bundespreis bei „Jugend musiziert“ im Fach „Konzertakkordeon“ und trat seitdem in Konzerten als Solistin und Kammermusikpartnerin auf.
Besonders großer Beliebtheit erfreuen sich ihre moderierten Soloprogramme „AKW – Akkordeon.Klang.Wunder.“.
Ebenso bestritt AKW Konzerte mit Sinfonieorchestern u.a. mit den Bochumer Symphonikern sowohl solistisch als auch mit Akkordeon als Orchesterinstrument wie etwa in der Kölner Oper mit dem Gürzenich-Orchester in Henzes Bearbeitung der Monteverdi-Oper "Il ritorno d’Ulisse in patria". Außerdem übernimmt die Musikerin den Harmonium- oder Orgelpart auf dem Konzertakkordeon in Chorwerken wie Rossinis "Petite messe solennelle" oder Faurés "Requiem". Gern gesehener Gast ist AKW auch in Palmeris Tangomesse "Misa a Buenos Aires" ("Misatango").
Von der vielseitigen Repertoire-Ausrichtung zeugen auch die enthusiastisch aufgenommenen Konzerte der Formation
BRETTL-DIVA mit Liedern der 20er und 30er Jahre oder die stimmungsvollen Abende von CantAkkordeon mit Arien von der Renaissance über den Barock bis zur Klassik.
"Keine Angst vor Virginia!" ist die erste Zusammenarbeit mit Monika Bujinski als Duo SprachMelodie.
Nach langjähriger Dozententätigkeit für Akkordeon und Klavier ging AKW ans Theater Dortmund, wo sie als Referentin des Generalmusikdirektors und Dramaturgin in der Oper und im Konzertwesen tätig war.