Am interessantesten ist die Innenseite der Außenseiter.


Jean Genet

OHRENforum VI – Im Abseits: Antihelden der Oper!

Es wäre ein Leichtes, diese Veranstaltung anzukündigen als eine, die spannender als jeder Krimi sei. Vielmehr soll mit vier aufwühlenden Meisterwerken der Klassischen Moderne aufgezeigt werden, wie Musik es schafft, menschliche Abgründe freizulegen.

Fast 100 Jahre ist es nun her, dass Alban Berg seinen Wozzeck 1921 beendet hat! Und noch immer „trauen“ sich viele Opernbesucher nicht, ihre Ohren für die Geschichte um diesen tragischen Antihelden zu öffnen. Ähnlich ergeht es Leoš Janáčeks Jenůfa (1904), Dmitri Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk (1932) und Benjamin Brittens Peter Grimes (1945).

Führen Demütigungen, resultierend aus gesellschaftlichen Zwängen und Konventionen ebenso wie die erotische, bis in den Wahnsinn führende Liebesekstase auch bei diesen Marksteinen der Opernliteratur in die Katastrophe, so ist es doch gerade die faszinierende Musik – bei weitem nicht mehr das gesprochene Wort –, die dem emotionalen Rausch gerecht werden kann.

Eine solche Erfahrung festzustellen, möchte dieses OHRENforum behutsam ermöglichen und dabei den unfassbar vielseitigen Klangfacetten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts näherkommen.

• Eine allgemeine Erläuterung zu den Seminaren des OHRENforums finden Sie unter dem Menüpunkt "OHRENforum - Die Oper lebt!"

Den Zugang zur Oper über die Musik vermittelt Andrea Knefelkamp-West, langjährige Dramaturgin am Theater Dortmund, wo sie u.a. Generalmusikdirektor Jac van Steen assistierte. In zahlreichen Konzert- und Operneinführungen konnte die Musikwissenschaftlerin und selber ausübende Musikerin dem Publikum musikalische Sachverhalte in lebendiger Weise veranschaulichen.
So bedankte sich Gabriele Kranemann, Teilnehmerin einer vergangenen Veranstaltung, mit den Worten:  
"Lebendig, unterhaltsam und pointiert - so vermittelte die Musikwissenschaftlerin Andrea Knefelkamp-West ihr Anliegen, Menschen die Welt der Oper zu eröffnen.
Besonders beeindruckten mich die vielen relevanten Klangbeispiele, von der Referentin auf dem Klavier vorgetragen, die sorgfältig ausgewählten Musikbeispiele und die gezeigten Fotos und Filmausschnitte.
Dies alles begleitet von hochinteressanten Vortrags- und Gesprächsmomenten. So wurden die Abende zu einem besonderen Erlebnis für alle.

Frau Knefelkamp-West zeigt, wie Oper geht, wie Geschichten durch Musik zur Darstellung gebracht werden und eröffnet dadurch nicht nur Opernfreunden, sondern allen Interessierten einen vergnüglichen und lehrreichen Zugang."